Das lebendige Gespräch Seiten 28-40

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Vom unvermeidlich Sterblichen zum ewig Lebenden

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01:35:58 - 02:18:42

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T: Igor Michailovich, Sie haben gerade über die Erscheinung der Gottesmutter, der Engel und dergleichen gesprochen. Die Menschen fragen sich: „Wodurch unterscheidet sich das spirituelle Sehen von dem Gebilde ihrer Phantasie? Was ist das geistliche Sehen?“

IM: Das geistliche Sehen - ist die Wahrnehmung der Realität. Wenn ich versuche dieses zu erklären, kann ich die Menschen einfach verwirren, weil das Bewusstsein (die Einbildung, die Halluzination des Bewusstseins) immer die gewöhnlichen Formen malt; die, die wir uns vorstellen können, die wir sehen. Schau in das Bewusstsein hinein, es wird dir vieles zeigen. Wie kann man die Erscheinung des Heiligen Geistes, eines Engels oder ähnliches sehen? Nur mit den inneren Augen. Bloß diese werden kein dreidimensionales Bild präsentieren.

T: Ja… Nur mit den inneren Augen…  Interessant, dass die Menschen, die wirklich in der Praxis den geistlichen Weg gehen, verstehen einander unabhängig von der Zugehörigkeit zu der einen oder anderen Religion, denn die Wahrheit ist für alle gleich. Das versteht man, wenn man die Briefe aus verschiedenen Weltecken liest, sich mit den Menschen unterhält, die im Umfeld unterschiedlicher Kulturen oder religiöser Traditionen aufgewachsen sind.

Z.B., wie wird über die Erkenntnis der Gottesliebe sowohl im Christentum als auch im Sufismus gesprochen? In den sufistischen Traktaten beschreiben es diejenige, die es praktizieren, dass Gott zu kennen heißt, in Betrachtung Gottes durch das Herz zu leben. Dabei verstehen die Sufis unter „Betrachtung“ nämlich „das spirituelle Sehen“. Sie betonen, dass manche Menschen in Irrtum verfallen, wenn sie denken, dass das spirituelle Sehen und die Betrachtung ein gewisses Ebenbild Gottes ist, welches ihr Bewusstsein Kraft seiner eigenen Vorstellungen, Gedächtnisses oder Verstandes formt und darstellt.

IM: Nun, wie denn sonst, das sind doch die Verhaltensmuster des Bewusstseins…

T: Wobei die wahre Betrachtung ist bereits die Folge der Strebsamkeit in der aufrichtigen, begeisterten Liebe. Der Liebe, die dich als Persönlichkeit auf solch eine Höhe hebt, wo selbst das innere Leben zu der einzigen Bestrebung zum Geliebten, zu Gott, in die geistliche Welt wird… alles nur für Ihn. Es gibt genau dieses innere Verständnis, dass außer Ihm nichts anderes existiert.

Zh: Ja, weil du es verstehst, dass sich die Arbeit an sich selbst vor allem durch die Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit zeigt. Und das alles erfolgt durch Selbstbeherrschung. Das heißt, dass es nicht irgendjemand, sondern dass du es selbst zuallererst brauchst. Hier entsteht dieses innere Bedürfnis in Gott zu leben, die geistliche Welt zu leben. Dabei sehnst du dich nach dieser inneren Berührung, nach dem Eintauchen in diese grenzenlose Freude der Liebe, nach diesem Leben in Tiefgefühlen. Weil es dir das Wahre gibt, es schenkt dir das Leben, belebt dich mit Liebe. Du fühlst, dass du voller Liebe sein wirst. Du fühlst die Freude von jener Welt, welche nicht zeitweilig ist. Du fühlst, wie sie überfließt, wie viel sie gibt, wie sie sich durch die Dankbarkeit und Liebe in ihrer Grenzenlosigkeit offenbart. Du verstehst, dass es so einfach ist! Du empfindest dadurch so eine Dankbarkeit. Du bist in so einem Zustand der Glückseligkeit… es ist sehr schwer sie in Worten zu fassen. Du verbindest dich einfach mit dieser Quelle der Gottesliebe und wirst ein Teil davon. Du strebst danach, diese Liebe allezeit auszustrahlen und in ihr zu verbleiben, weil du in solchen Momenten verstehst, dass… der Geist frei ist!

IM: Ja... um sich mit der geistlichen Welt zu gesellen, muss man auf der Seite der geistlichen Welt sein, und selber ein Geist werden. Dann wirst du dich ihr anschließen. Denn der Geist kann sich mit dem Geist verbinden, Materie mit Materie. Feuer mit Feuer, Wasser mit Wasser. Das Feuer kann sich aber nicht mit dem Wasser mischen.

T: Igor Michailovich, es gibt noch eine Frage aus dem Brief eines Menschen, der Sufismus praktiziert. In den sufistischen Traktaten gibt es so eine Erklärung, dass, wenn der Mensch „Mudjahad“, beziehungsweise den inneren Djihad gegen seine niederen Triebe führt, wird ihm „Mushahadah“ offenbart. D.h. diese glückselige Betrachtung grenzenloser Liebe, dieses andauernde Staunen über Gottes Großartigkeit und Macht… Und die Frage ist: „Wenn einem Menschen dieses spirituelle Sehen offenbart wird, werden die Unterschiede zwischen der irdischen Welt und der spirituellen Welt verwischt?“

IM: In Wirklichkeit, wenn „Mushahadah“ sich dem Menschen offenbart, werden die Unterschiede auf keinen Fall verwischt. Es wird einfach eine neue Wahrnehmung erlangt, die sich von dieser Wahrnehmung, an welche sich der Mensch als Persönlichkeit gewöhnt hat, (die Wahrnehmung, die ihm sein Bewusstsein aufdrängt) unterscheidet. Er erlangt eine neue Wahrnehmung. Das lässt sich mit nichts in dieser Welt assoziieren und ist schwer zu beschreiben. Wie kann man zum Beispiel Gottesliebe beschreiben? Mit irdischen Worten versuchen wir das, reden viel darüber, jedoch ist es trotzdem eine Verdrehung, eine Herabsetzung dieses Glücks. Z.B., reden wir vom Glück. Was ist Glück im menschlichen Verständnis? Das ist ein zeitweiliges, momentanes und schnell vorübergehendes Phänomen. Dort ist es aber endlos. Wir sagen - unendliches Glück und vergleichen den grenzenlosen Ozean mit einem Tropfen auf deiner Handfläche. Genau diesen Tropfen auf der Handfläche nennen wir als endloses Glück in dieser Welt. In der Realität ist dieser Ozean uferlos, er hat keinen Anfang und kein Ende. Gerade das lässt sich schwer ausdrücken.

T: D.h., dass die Unterschiede zwischen der geistlichen Welt und der irdischen Welt nicht verwischt werden, sondern…

IM: …die Unterschiede werden nicht verwischt, sie werden im Gegenteil, sichtbar. Worauf will ich hinaus? Derartige Übertragung des Wissens oder der Erfahrung auf so eine Art und Weise ist nur im philosophischen Aspekt schön. Es klingt gut, man redet und schreibt darüber. Genau für das Bewusstsein ist es akzeptabel, dass die Grenzen verwischt werden, für das ist es verlockend. Gerade für das Bewusstsein ist es verlockend, dass „die Grenze verwischt wird, und diese Welt unauffällig in jene übergeht, und jene Welt wird ein Teil von dieser“, wie Yin und Yang.

Es ist ja klar, dass der Geist in dieser Welt präsent ist, und alles Lebendige gerade darum lebendig ist, weil es Geist gibt. Wenn man den Geist wegnimmt, wird alles verschwinden. Also, ein Teil der geistlichen Welt ist hier präsent, aber es ist präsent als Bewegung, mehr nicht. Weiter wird alles so gemacht, wie es gemacht wird, jedoch nach Willen des Fürsten, der in dieser Welt regiert. Diese Macht wurde ihm aber nicht deswegen gegeben, weil er rebellierte, weil er stark oder Gott gleich sei und seine Welt zurück eroberte. Nein, auf gar keinen Fall. Wir haben bereits viel darüber gesprochen, und werden dies nicht wiederholen. Der ganze Sinn besteht darin, dass es für das System von Vorteil ist, wenn das Bewusstsein der Menschen das so wahrnehmen würde. Es ergötzt seinen Hochmut. In Wirklichkeit ändert sich alles radikal. Die Ebenbilder verschwinden und es kommt das Begreifen der Leerheit dieser Welt.

Deshalb wurde es schon mehrmals gesagt, und ich wiederhole mich diesbezüglich nochmal, dass die Persönlichkeit diese dreidimensionale Welt nicht wahrnehmen kann. Die Persönlichkeit fängt an, diese Welt aus den wesentlich höheren Dimensionen wahrzunehmen. Allerdings, aus den wesentlich höheren Dimensionen betrachtet, wird diese Welt selbst, in der Sprache der Physik gesagt, zu Nichts. Sie ist lächerlich, tatsächlich lächerlich. Wenn es solch einen Spiegel gäbe, welcher das für das Bewusstsein widerspiegeln würde, was die Persönlichkeit sieht und wie sie diese Welt wahrnimmt, ich denke, es wäre die coolste Show, die es in dieser Welt geben könnte. Warum? Weil das, was wir als Leben erachten, sich als Leerheit herausstellt, die sich bloß bewegt, indem sie die Illusionen auswechselt.

Deshalb führen solche Deutungen die Menschen teilweise in die Irre und verstärken leider den Einfluss des Bewusstseins auf die Persönlichkeit. Es fällt den Menschen, die sich zu viel Gedanken über derartige Interpretationen machen, schwer sich davon zu lösen. Weil die Persönlichkeit die Information vom Bewusstsein empfängt, dass “alle Grenzen verwischt werden müssen und alles ein einheitliches Ganzes werden muss“. So sucht sie weiter nach dem Weg dorthin, wo alles einheitlich ist… Die Unterschiede gibt es aber. Das Lebendige kann nicht tot sein, und schon gar nicht kann das Tote lebendig sein.

Zh: Ja, das ist wirklich eine sehr hilfreiche Information für die, die es praktizieren. So etwas passiert sehr oft. Ich war damit auch am Anfang meines Weges konfrontiert. Wenn der Mensch anfängt zu praktizieren, dann ist als erstes, womit er konfrontiert wird, die Angst vom Bewusstsein, bzw. die Angst über die Grenzen des Gewohnten hinauszugehen. Wenn, zum Beispiel, der Mensch zum ersten Mal erfolgreiche Praktik hatte und in Berührung kam… gerade die erste Erfahrung der Berührung mit dem Geistlichen… dann verursacht diese erste Berührung mit dem Unbekannten aber auch einen Angriff vom Bewusstsein. Das Bewusstsein drängt ihm die Angst auf. Vor allem die Angst, dass der Mensch seine Selbstidentifizierung verlieren kann. Ob es seine Selbstidentifizierung ist? Das ist die Frage. Im Grunde, kann sein „Ich“ nur das Bewusstsein verlieren.

T: Das Bewusstsein hat Angst vor dem Neuen, besonders in diesem Moment, von dem du gesprochen hast - in dem Moment der Berührung mit dem Geistlichen, mit dem, was jenseits von ihm liegt. Denn es ist für das Bewusstsein unbekannt und der Weg dahin ist für ihn verschlossen. Das Bewusstsein weiß nicht, versteht nicht. Wie Igor Michailovich bereits sagte, erfolgt in diesem Moment “der Ausstieg der Persönlichkeit jenseits der Grenzen, innerhalb deren das Bewusstsein funktionieren kann“.

Zh: So ist es, wenn der Mensch sich von dieser Angst nicht missleiten läßt, entsteht die zweite Angst vom Bewusstsein, dass “dir so etwas nie wieder gelingen wird“.

T: Ja, aber zuerst sagt es: „So, merke dir diese Empfindungen, die gerade da waren, oder die es in der Vergangenheit gab, und wiederhole sie unbedingt beim nächsten Mal“.

Zh: Klar, weil man weiß, dass es dem Menschen beim nächsten Mal genauso nicht gelingen wird. Warum? Weil, wenn du nächstes Mal die spirituelle Praktik übst, du stattdessen dein Bewusstsein anstrengen und dich daran erinnern wirst, wie es dir letztes Mal gelang.

T: Zu alledem wird das Bewusstsein diese deine „heldenhafte Vergangenheit“ noch verschönern. Und schon wurdest bei deiner Aufmerksamkeit erwischt… Statt Praktik kommt so ein Film vom Bewusstsein über den Superman, in dem dein Hochmut als Regisseur auftritt. Schließlich, was kann dir das Bewusstsein überhaupt zeigen? Es zeigt übliche Illusionen, Ebenbilder, alles Scheinbare… Denn das ist alles, wozu es fähig ist.

IM: Ihr habt es absolut richtig bemerkt, dass das Bewusstsein Illusion erzeugt und die Persönlichkeit an diese Illusion zu binden versucht. Aber schaut mal, nicht an die Praktik, nicht an die vorherige Erfahrung zu binden, sondern an die Illusion, die das Bewusstsein aufgrund der vorherigen Erfahrung erzeugte. D.h., wenn der Mensch die spirituelle Praktik ausübt (unabhängig davon, sei es ein Gebet, eine Meditation oder etwas Ähnliches), sammelt er die sinnliche Erfahrung, die echte Erfahrung, die Wahrnehmungserfahrung der Geistlichen Welt. In ihr äußert sich das, was sich mit keinen Worten ausdrücken lässt.  In diesem Moment erhält das primäre Bewusstsein das Echo, die Impulse, weil es eine ziemlich ausgeprägte Verbindung mit der Persönlichkeit hat. Es erhält keine Information darüber, was die Persönlichkeit wahrgenommen hat.

Das primäre Bewusstsein erhält nur ein Echo. Nicht die Feuerflamme, sondern, sagen wir, ferne Lichtblicke und leichte Wärme. Auf dieser Basis erzeugt es aber seine Illusion. Nachdem der Mensch die spirituelle Praktik oder das Gebet beendet hat, zwingt es ihn nach einer Weile dies zu analysieren: „Was hast du empfunden? Was hast du wahrgenommen?“ Und es redet dir seine Meinung auf… bloß in der Interpretation vom System. Das ist absolut nicht die richtige Erfahrung… Die Persönlichkeit sammelt die echte Erfahrung, während das Bewusstsein eine Illusion auf der Basis von dieser Erfahrung erzeugt. Im Nachhinein fängt es an der Persönlichkeit zu erzählen, dass „du dies und das fühlen musst“, bzw. es führt sie (die Persönlichkeit) in die materielle Welt hinaus. Es zwingt den Menschen die körperlichen Erscheinungen zu empfinden, die er während der Praktik empfand.

Wiederum, was ist während der Praktik geschehen? Wenn die Persönlichkeit mit dem Unbekannten für das Bewusstsein in Berührung kam und die spirituelle Erfahrung sammelte, traten natürlich andere Prozesse, stärkere Manifestationen anderer Energiearten auf. Das ist die banale Physik. Im physischen Körper gibt es auch Echos von diesen Erscheinungen. Folglich nimmt sie das Bewusstsein... ich betone es nochmal - das primäre Bewusstsein nimmt diese wahr. Nachfolgend stimmt es die Persönlichkeit ein und sagt: „Es wird dir nichts gelingen. Du bist dorthin durch Zufall geraten, und jetzt, um dahin zu geraten und sich da zu verwurzeln, musst du zuerst diese Empfindungen in dem physischen Körper erzeugen. Du musst dich in einem veränderten Bewusstseinszustand befinden So fängt es an das zu erzählen, was es wahrnahm, bloß wiederum, immer mit der Täuschung. Wenn der Mensch dabei versucht etwas zu machen, macht er das bereits mit Hilfe des Bewusstseins, und es gelingt ihm nicht.

Als nächstes fängt das Bewusstsein an ihm zu erzählen: „Gab es überhaupt diese Erfahrung oder war das eine Illusion? Oder war das eine Art von Selbstsuggestion, Autohypnose? Vielleicht war das eine Hаllutionation, vielleicht ist es so zusammengefallen, dass du es gefühlt hast. In Wirklichkeit, wie du es siehst, existiert das nicht. Das, was andere Menschen darüber erzählen, täuschen sie sich, verfallen in Illusion. Das ist ein gewisser Fanatismus, der in ihnen spricht, bis zu einer Art von psychischen Störungen, sodass sie sehen, was nicht existiert. Also, wenn du es praktizieren und weiter ausüben wirst, wird mit dir auch solch ein Unheil geschehen. Deshalb mache das lieber nicht. Warum? Du hast es doch schon probiert, und es hat bei dir nicht geklappt. Das heißt, dass es das nicht gibt“. So bringt oft das Bewusstsein die Menschen vom wahren Weg ab. Es gibt den Ersatz durch irgendwelche, sagen wir, einfachen Theateraufführungen in der Dreidimensionalität. Es zwingt den Menschen etwas körperlich zu machen, irgendwelche Praktiken durchzuführen, richtig zu sitzen, richtig zu stehen. Spielt es eine Rolle, in welcher Haltung dein Körper ist? Spielt es eine Rolle, was du in der Dreidimensionalität machst? Ob du ein Tamburin schlägst, die Steine stapelst oder noch irgendein Ritual ausführst - das ist bloß ein Ritual, das ist bloß das, was dir das System aufdrängt. 

Gott - Er ist nah. Er ist wirklich näher als deine Halsschlagader. Er ist sehr nah und es ist sehr einfach zu Ihm zu kommen. Bloss auf dem Weg steht viel mehr als ein Gebirge. Auf dem Weg steht das Bewusstsein, wobei das Bewusstsein ein Teil des Systems ist. D.h., dass auf dem Weg zum Lebendigen das Tote steht. … Man darf es nicht vergessen.

Man sollte sich auf keinen Fall darauf konzentrieren, was dir das Bewusstsein erzählt. Man braucht spirituellen Impuls, spirituelle Erfahrung. Man sollte es lernen… einfach nur zu LEBEN. Das Leben - das ist wunderschön. Egal, was dir das Bewusstsein erzählen und wozu es dich überreden wird, so etwa: „es wird dir nichts gelingen, und du kannst nichts“ - das geht dich nichts an. Es spricht lediglich über sich selbst. Dem Bewusstsein wird es tatsächlich nicht gelingen und es weiss tatsächlich nichts über die Geistliche Welt. Es bekommt lediglich die Echos mit, von denen die Menschen reden, die etwas begriffen haben, und daraus malt es sich seine illusorischen Bilder. Deswegen ist es das Wichtigste - weiter zu gehen und nicht aufzugeben, dabei aber den Führern nicht zuzuhören, die dich in eine falsche Richtung führen… hier meinte ich das Bewusstsein. Weil dein Bewusstsein nicht deins ist. Das ist ein Teil des Systems, und das sollte man nicht vergessen. Dann wird alles gut, dann wird dir alles gelingen.

Zh: Ja… wenn du in der sinnlichen Wahrnehmung lebst, dann LEBST du einfach. Darin besteht ein enormer Unterschied, weil es so ist, als ob du (Luft) atmest. Du weisst es einfach von innen… wie es ist… zu atmen… und das ist es. Das Bewusstsein gibt der Persönlichkeit keine Freiheit. Man muss das einfach wissen, dass wenn etwas einmal gelang, man nicht träumen soll, und alle um dich herum nicht beschuldigen, wenn es dir beim zweiten Mal nicht gelang. Denn es ist ein Trick, das ist wie „ein Gruß“ vom Bewusstsein, wenn es nach einem Feind in der Außenwelt sucht. Man muss es einfach verstehen, dass das Bewusstsein derartige Hindernisse legen kann, weil es für ihn nachteilig ist, dass du geistlich frei wirst. Und wenn du verstehst, dass es einfach die Funktion des Bewusstseins ist, dass es so agiert, kämpfst du mit ihm nicht, im Gegenteil, du öffnest dich weiter in der Freiheit. D. h., du verstehst, dass alles sehr leicht wird, dass du keine Bindung an die Vergangenheit, keine Bindung an die Zukunft hast. Du verstehst, dass in der spirituellen Praktik - das stetige „Jetzt“ ist, weil es das wahre Leben ist. Und in dem wahren Leben jeder Moment einmalig ist.

T: Absolut richtig.

Zh: Du lebst im Inneren, du bist von innen erfüllt. Du siehst diesen Unterschied, wenn du den Menschen nicht mit den irdischen Augen, sondern mit dem inneren geistlichen Blick siehst. Es wird sehr leicht, die Wahrheit von der Lüge zu unterscheiden, weil egal, was einer sagen würde, fühlst du bereits das, was in der Realität gerade geschieht… Der Mensch wird für dich wie ein offenes Buch: seine Gedanken vom Bewusstsein sind sichtbar, er ist ganz in seinem geistlichen Wesen zu sehen. Weil du es fühlst, und es unmöglich ist, die Gefühle zu täuschen. Du fühlst, wer innen leer ist und keine spirituelle Erfahrung hat, von der sein Bewusstsein spricht.

Du fühlst auch diejenigen, die sich genauso wie du, in der kontinuierlichen Praktik befinden, diejenigen, die spirituelle Welt leben, die voller dieser nahen Gottesliebe sind. Du siehst sein geistliches Wesen, weil du es im Inneren fühlst. Du verstehst, dass etwas Größeres hinter dem steht, das, was euch beide verbindet. Gerade diese Erfahrung, die ist der anderen, die du in deinem gewöhnlichen Leben hattest, als du dein Bewusstsein mit deiner Aufmerksamkeit nährtest, nicht ähnlich. Weil du in der Dreidimensionalität die Bilder genährt hast... du hast dein Bewusstsein genährt. Seitdem du aber angefangen hast, die geistliche Welt zu leben, ist deine ganze Aufmerksamkeit… sie ist mittels der Tiefgefühle an Gott gerichtet. Deine Aufmerksamkeit ist auf den Nächsten, auf die Quelle gerichtet. Du lebst einfach im Geiste. Jeder entscheidet, wie er leben will, jeder entscheidet selbst.

IM: Du hast es absolut richtig bemerkt. Spirituelles Sehen unterscheidet sich von dem irdischen enorm. Das spirituelle Sehen gibt das Verständnis der Wahrheit, du siehst das, was tatsächlich ist. Während die irdische Sehkraft - das ist nur das, was dir als Persönlichkeit das Bewusstsein aufzwingen und zeigen will. Das heißt, dass es wieder einmal die Illusion erzeugt, an die du glauben solltest, die dich von deiner wahren Bestimmung ablenken soll - von dem, wofür du da bist. Darin besteht ein immenser Unterschied.

Was die Lüge angeht… Lüge - ist das Element des Systems. In der spirituellen Welt gibt es keine Lüge und kann es auch nicht geben. In der geistlichen Welt gibt es nur Wahrheit. Deswegen zeigt die spirituelle Sehkraft, ich betone es nochmal, immer das, was in Wirklichkeit ist. Hier ist ein wichtiger Moment. Die Menschen streben nach der Magie, weil die Persönlichkeit in Wirklichkeit nach der geistlichen Entwicklung strebt…

T: Heißt es, dass die Persönlichkeit dieses Bedürfnis nach der geistlichen Entwicklung fühlt, während das Bewusstsein diese einfach durch Magie ersetzt?

IM: Ja. Hier gibt es einen Sinn. Der besteht gerade darin, dass die Persönlichkeit danach strebt die Wahrheit zu wissen. Die Persönlichkeit strebt nach Freiheit, nach der wahren Freiheit. Die Persönlichkeit hat und kann keine Feinde haben, gemeint ist, in der spirituellen Welt. Aus der Position des Verständnisses der spirituellen Welt, ist die Persönlichkeit absolut frei. Sie sucht nach dieser Freiheit, sie strebt nach ihr. Während das Bewusstsein, wie wir es schon mehrmals gesagt haben, alles macht, damit sich die Persönlichkeit als spirituelles Wesen nicht entwickeln kann. D.h., um seine Macht, seine illusorische Macht über die Persönlichkeit zu bewahren.

Richtig, absolut richtig hast du es gesagt. Zum Glück, ich will es anmerken, haben viele Menschen angefangen das zu verstehen. Zum heutigen Tag kann man tatsächlich mit vielen ohne Worte reden. Vorauseilend sage ich, dass es solche Menschen jedes Jahr mehr und mehr geben wird. Das ist erfreulich… das ist wirklich erfreulich.

Der Sinn besteht darin, dass die Sprache der Menschen, die praktizieren oder die den geistlichen Weg gehen, und wirklich zu Gott streben, unabhängig von ihrer Religion, Konfession oder noch irgendetwas - einheitlich ist. Die Menschen fühlen einander. Gott ist wirklich einzig, die geistliche Welt - sie ist einzig. Es gibt nichts, was die Menschen teilen müssen. Das Bewusstsein teilt.  Wegen der Macht, wegen des Strebens, über die Persönlichkeit zu dominieren, schafft es Feindschaft und zwingt Illusion auf. Wenn die Menschen aber begreifen, dass es die spirituelle Welt in der Realität gibt, werden sie zu einer Familie. Das ist unabhängig von der Nationalität, von religiösen Ansichten, und davon, ob der Mensch ein Atheist oder sonstwer war, bevor er das fühlen konnte, dass es die geistliche Welt gibt. Sobald der Mensch das gefühlt, erkannt und begriffen hat, wird er ein Teil der spirituellen Familie, der wahren, der echten und unzertrennlichen Familie, der Familie, in der das Leben EWIG ist. Das LEBEN endet nicht und natürlich ist es nicht in der Dreidimensionalität, nicht im Irdischen.

Alles Irdische ist endlich. Egal, was es hier in aller Welt geben würde, es ist alles endlich. Selbst diese Illusionen, die das Bewusstsein aufzwingt, sie sind auch nicht von Dauer. Daher entstehen solche Momente, dass die Menschen ihr ganzes Leben in einer Religion treu und wahr dienen, dabei trotzdem bis zu ihrem letzten Tag zweifeln: „Gibt es Gott überhaupt?“ Warum? Weil sie gedient haben… dem Bewusstsein gedient haben. Wem haben sie mit ihrem Bewusstsein gedient? Ganz bestimmt nicht Gott, bestimmt nicht der geistlichen Welt. Sie haben lediglich dem System gedient:  einer Organisation zuliebe, eigenen Wünschen zuliebe. Aber meistens dienten sie den Wünschen der anderen zuliebe, die ihnen von ihrem Bewusstsein aufgedrängt wurden. Sie dienten also nicht mal ihren eigenen Wünschen. Wenn aber die Menschen in der Praxis, in der Realität begreifen, wenn sie das Wissen erlangen, brauchen sie keine Worte mehr. Sie wissen, wer sie sind, sie wissen, wohin sie gehen und warum. Das ist von höchstem Wert. Dafür kommen die Menschen hierher, um geboren zu sein… LEBENDIG geboren zu sein.

Zh: Tja…

T: Igor Michailovich, es war sehr berührend, was Sie gerade gesagt haben, besonders das, was Sie über die geeinte Familie im spirituellen Sinn gesagt haben. Bloss das Bewusstsein verdreht alles und gibt eben irdische Vorstellungen von deiner Familie. Es zerlegt und teilt sofort… zeigt dir gewisse Menschen, Bilder… So zu sagen, zeigt es dir die Verwandten vom Blut und Fleisch. Dabei sind gerade die emotionalen Beziehungen mit diesen Menschen, bzw. gegenseitige Beziehungen mit deren Bewusstsein das Erste, was im Gedächtnis auftaucht.

Das Interessanteste daran ist, dass früher, als man mit diesen Menschen mehr in alltäglichen Beziehungen war, nicht mal der Gedanke kam, dass diese Menschen in Wirklichkeit…  dass es in diesen Menschen, genauso, wie in dir, einen Teil des Heiligen Geistes gibt... dass sie die Persönlichkeit sind, die Persönlichkeit in einem nicht materiellen Sinn dieses Wortes.

Warum hast du früher so gedacht? Weil du einfach gedacht hast, statt zu fühlen, weil du dich selbst mit dem Bewusstsein assoziiert und nach seinem Diktat gelebt hast, denn im Bewusstsein ist immer alles auf seinem Egoismus gebaut. Wenn man die Beziehungen mit seinen Angehörigen ehrlich anschaut - was passiert in den Momenten, wenn du nach dem, was das Bewusstsein diktiert, lebst? Dein Bewusstsein setzt die Bedeutung der anderen im Vergleich zu dir herab. Es ist voller geheimer Gedanken, und hat Angst diese Gedanken preiszugeben. Es hat Angst vor der Reinheit der Beziehungen, vor der Ehrlichkeit und Einfachheit. Warum? Weil es nach der Macht giert und um seine Krone besorgt ist: ob jemand dir etwas schlechtes gesagt hat, oder umgekehrt, wer dich gelobt hat. So in diesem allen vergeht dein ganzes Leben, genauer gesagt, das Leben deines Bewusstseins. Wenn du aber begreifst, dass du in Wirklichkeit die Persönlichkeit bist, dann siehst du auch im anderen Menschen vor allem sein geistliches Potenzial, du siehst die geistliche Persönlichkeit. Das Wichtigste, du fühlst sie unabhängig davon, was dir dein Bewusstsein erzählt.

IM: Absolut richtig. Wie nimmt unser Bewusstsein wahr, wer „die Familie“ ist, wer „die Angehörigen und Verwandten“ sind? Das sind wieder Mutter, Vater, Kinder, Omas, Opas, Geschwister, also die gesamte Familie. In Realität, wenn die Menschen geistliche Erfahrung erlangen, begreifen sie, dass sie alle geeint sind, unabhängig von der Hautfarbe, unabhängig davon, wo wer wohnt. Das ist eins, das ist ein Ganzes, das ist die Menschheit. Jeder hat eine Seele. Jemandem etwas schlechtes anzutun - ist nicht richtig. Es ist das gleiche, wie dem allernächsten Angehörigen etwas Schlimmes anzutun. Jemanden hassen - ist nicht richtig, selbst wenn er böse ist oder dir etwas Schlimmes angetan hat. Man muss verstehen, dass es sein Bewusstsein getan hat. Ich sage nicht, dass wenn dich einer auf die linke Wange geschlagen hat, dass du auch die rechte hinhalten sollst. Wenn vor dir das System steht, muss man es auch zur Vernunft bringen, sonst wird es nicht verstehen. Ich will aber betonen, dass die Persönlichkeit als ein potentiell spirituelles Wesen bei allen gleich ist. Sie gehört mehr der Geistlichen Welt. Erst wenn sie aufgibt, ihr persönliches Armageddon verliert und ein Teil des Systems wird, stirbt sie … Ja, langsam… Die Subpersönlichkeit - das ist ein Problem, die Qualen nach dem Tod sind auch schwer. Die Frage besteht jedoch nicht darin… Das ist sowieso vergänglich, sie hört sowieso auf zu existieren.

Aber solange der Mensch lebt, hat er die Chance, er hat die Möglichkeit sich der unermesslichen Welt, der spirituellen Welt anzuschließen und ein Teil der riesigen Familie zu werden. Hier ist es wichtig zu verstehen, dass jedes Böse, das der Mensch wegen des Bewusstseins vermehrt, sich zwischen der Persönlichkeit und der spirituellen Welt stellt und dich von deinen allernächsten Menschen trennt. Wie ich schon gesagt habe, der Allernächste - das ist jeder Mensch. Das fühlen und verstehen besonders die Menschen, die in der Praxis die Wahrnehmung der spirituellen Welt erreichen. Sie verstehen das alles.

Natürlich gibt es auch ein negatives Moment, in irdischer Sprache gesagt. Warum? Weil, wie es schon gesagt wurde, sich auch die vom Bewusstsein stammende Lüge fühlen lässt. Wenn ein Mensch kommt, in der religiösen Sprache gesagt, „mit Teufel in seinem Ärmel“, und spricht von der Teufels Seite, ist das natürlich unangenehm. Es ist schade um seine Persönlichkeit, für sein… verpasstes Moment für das Erlangen der geistlichen Erkenntnis. Gleichzeitig, wenn er zulässt, dass ihm als Persönlichkeit das Bewusstsein diktiert und durch ihn Böses getan wird - ist das unangenehm. Aber dann weiß der Mensch die Wahrheit. Dann weiß er, mit wem er spricht: kommuniziert er mit dem Geist oder kommuniziert er mit dem Teufel. Das ist nicht unbedeutend.

Zh: Ja, das ist eine der Nebenwirkungen der spirituellen Entwicklung, wenn du den Menschen noch davor fühlst, als er angefangen hat zu sprechen. Wenn du fühlst, von wessen Seite er jetzt sprechen wird und was er wirklich will. Du kennst dann das Endziel seines Besuchs. Weil es nicht irgendeine extrasensorische Wahrnehmung ist, bei der die Menschen die Gedankenfragmente empfangen. Nein, hier ist alles viel ernsthafter. Du hast das ganzheitliche, umfangreiche Verständnis. Du hast die ganzheitliche, umfangreiche Wahrnehmung. Für dich sind die Ursache-Wirkung-Zusammenhänge klar, bzw. du siehst tiefer, du weißt in welchen Namen der Mensch spricht: vom Geist oder vom System. Du weißt es einfach…

VIDEOÜBERSPANN

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Das Lebendige kann nicht tot sein,

und schon gar nicht kann das Tote lebendig sein.

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IM: Wenn man der Wahrheit ins Auge sieht, manipuliert das Bewusstsein den Menschen. Es hilft aber auch: so kommunizieren wir und nehmen uns gegenseitig mit seiner Hilfe wahr. Aber es versteckt sich hinter seinen vermittelnden, solch diplomatischen Möglichkeiten zwischen der Persönlichkeit und der Dreidimensionalität, dabei manipuliert es den Menschen.

Die Persönlichkeit ist nicht ganz materiell. Wenn das Bewusstsein materiell ist, ist die Persönlichkeit dagegen nicht materiell. Für das Verständnis dieses Prozesses erkläre ich nur wie es passiert. Das Bewusstsein ist intermediär, es hat eine unmittelbare Verbindung mit der Persönlichkeit. Deshalb können wir wahrnehmen, deshalb sehen wir, empfinden usw…. In diesem Prozess erhält die Persönlichkeit die Information über die Dreidimensionalität, die ihr das Bewusstsein in solch einer Form gibt, in welcher wir gewohnt sind, sie zu sehen. Wenn dem Menschen sich aber die Möglichkeiten des inneren Sehens öffnen, stellt sich die Dreidimensionalität ganz anders vor. Das Konzept von solch einem zweibeinigen Bild entspricht nicht ganz der Realität.

T: Heißt es, dass der Wert von Materie an sich verloren geht?

IM: Ja. Ein Mensch hat sich über dieses Phänomen gut ausgedrückt. Er wurde gefragt: „Wie siehst du den anderen Menschen?“. Er hat darauf geantwortet: „Haben Sie die Rotation des Elektrons, diese Elektronenwolke gesehen? Nun sowas in der Art, bloß mit etwas mehr Schmutz.“

T: Das ist auch eine häufige Frage: „Was bedeutet das andersartige Sehen vom anderen Menschen?“ Wenn der Mensch nichts anderes außer der Dreidimensionalität gesehen hat, und nicht diese praktische Erfahrung der sinnlichen Wahrnehmung hat, wie wird ihm dann sein Bewusstsein den anderen Menschen zeigen? Lediglich den Körper, bzw., in der Sprache der Physik gesagt, ein dreidimensionales Bild, weil die Wahrnehmung seines Bewusstseins so eingestellt ist.

IM: Ja, so ist es. Der Mensch sieht im anderen die Dreidimensionalität: ganz banal Arme, Beine und den Rest. Wenn wir aber von der Perspektive der sinnlichen Wahrnehmung, tatsächlich von der spirituellen Wahrnehmung auf die Dreidimensionalität schauen... was sehen wir dann, selbst wenn wir den anderen Menschen anschauen? Wir sehen ein Objekt - das ist ein verschwommener Fleck. Er ist ähnlich… nun, so wie die Rotation des Elektrons um den Atomkern herum. Es ist einfach eine verschwommene Wolke, und man sieht ihre Bestandteile. Aber wir sehen kein dreidimensionales Objekt bei der sinnlichen Wahrnehmung. Hier ist für uns das Bewusstsein, natürlich, zur Hilfe. Nämlich durch das Bewusstsein sehen wir das Objekt. Es stellt sich heraus, dass, wenn der Mensch sich geistlich bereits genug entwickelt hat, wenn er frei ist: er eins fühlt, aber etwas anderes sieht. Er versteht, dass er das Objekt mit irdischen Augen sieht. Er sieht aber das gleiche Objekt auch mit geistlichen Augen. Er sieht, ob der Mensch geistlich gefüllt oder nicht gefüllt ist. Ob er innerlich leer oder erfüllt ist. Er sieht, in welchem Zustand sich seine Persönlichkeit befindet: in einem versklavten Zustand oder hat sie bereits einen Freiheitsgrad erlangt.

Warum fragen euch viele Teilnehmer in ihren Briefen (die kurz vor Beginn der Sendung vorgelesen wurden) Folgendes: „Warum fühlen sie, dass die, die sie für Geistliche gehalten haben, innerlich leer sind?“ Gerade darin besteht der Sinn, dass die Menschen, die sich selbst entwickeln, zu fühlen beginnen. Denn die sinnliche Wahrnehmung ist das Sehen durch Gefühle. Sie fühlen nämlich, dass der Mensch richtige Dinge erzählt, aber innerlich leer ist. Genauso kann aber das Bewusstsein mit Menschen spielen. Der Mensch geht ins Gotteshaus, und anstatt dort zu Gott zu beten, fängt er an mit Ihm, wie im Sandkasten, die Schäufelchen zu vergleichen und seine Ansprüche an Gott zu stellen. Warum? Weil der Mensch innerlich leer ist.

Das Bewusstsein lässt ihn nicht verstehen, lässt ihn nichts Göttliches wahrnehmen. Er will es aber… Das Bewusstsein erzählt dem Menschen, dass du die Offenbarung der spirituellen Welt auf der physischen Ebene empfinden solltest. Es muss gerade jetzt etwas geschehen, dann wirst du daran glauben. Wie oft in der Geschichte der Menschheit sind die Menschen damit konfrontiert worden, als es tatsächlich Phänomene mit metaphysischen Erscheinungen und Ähnlichem gab? Wie reagierten die Menschen darauf? Wie hat ihr Bewusstsein das wahrgenommen? Es hat angefangen etwas auszudenken, dies als Naturerscheinungen zu erklären, aus metaphysischer Sicht, als Magie. Es hat angefangen anzuklagen, dass in diesem Menschen ein Dämon ist. Was erzählt das Bewusstsein als erstes? “Der Teufel sitzt in ihm, kein Gottes Geist.“ Warum? Weil es viel einfacher zu beschuldigen und abzuweisen ist, damit die Persönlichkeit die Freiheit nicht erlangen konnte. Wenn die Persönlichkeit die Beispiele sieht, versteht sie, dass sie es auch kann. Für das Bewusstsein ist das katastrophal und fürchterlich. So fängt es an, zu beschuldigen, zu erzählen: „Lass es doch, das sind im Gegenteil die Dämonen… die Magie.“

Zh: Weil es für das System nachteilig ist, dass der Mensch sich geistlich befreit.

IM: Natürlich, weil dann das System anfängt für ihn zu arbeiten.

Zh: Na ja, und dann wird das System, statt zu erhalten...

IM: …anstatt zu erhalten, verschwendet es. Darin besteht das Phänomen: niemand will verlieren. Das ist ein schlechtes Business für das Bewusstsein.

T: Ich wollte noch einen Moment aus meiner eigenen Erfahrung mitteilen, weil ich verstehe, dass noch so eine, vom Bewusstsein stammende Frage bei den Menschen, die den spirituellen Weg gehen, entstehen kann. Nun, diese Frage ist wenigstens bei mir in der Anfangsphase entstanden. Als ich dieses Wissen zum ersten Mal entdeckt habe, habe ich innen gefühlt… etwas ganz Nahes und Bekanntes. Dort, tief im Inneren war ein eindeutiges: „Ja!“ Das Bewusstsein hat aber immer wieder Zweifel untergejubelt, es hat immer wieder alle „pro“ und „contra“ abgewogen. Das Verständnis, was ich auf dem spirituellen Weg bekomme - das ist das Verständnis von innen, das Verständnis frei vom Bewusstsein. Das ist ein unnachahmliches Gefühl der Freiheit… Hier war so eine absolute tiefliegende Gewissheit… Bloß das Bewusstsein hat immer den Gedanken zugeworfen: „Was werde ich auf dem spirituellen Weg verlieren?“ Das war natürlich eine Falle, weil ich keine Antwort auf diese Frage in dem Moment hatte. Nun, man kann sagen, dass sogar Angst im Bewusstsein entstanden ist… Aber vom Guten gab es im Inneren natürlich mehr…

IM: Auf dem geistlichen Weg verliert der Mensch nichts, außer Kummer und Tod. Der Mensch bekommt. Deswegen kann diese Angst, den geistlichen Weg zu gehen, nur von dem Bewusstsein stammen. Warum? Weil es seine Fesseln der Persönlichkeit aufdrückt. Die Persönlichkeit verliert sie auf dem spirituellen Weg. So befürchten viele Menschen, dass der Mensch bei der Erkenntnis, der wahren Erkenntnis des Geistlichen seine irdischen Fähigkeiten, die er erworben hat verlieren kann. Er verliert sie nicht. Nichts geht verloren. Es kommen das neue Verständnis und die neue Wahrnehmung hinzu. Es kommt das Verständnis, was das Bewusstsein darstellt. Bloß für das Bewusstsein ist es nachteilig, deswegen drängt es seine Meinung auf, dass der Mensch etwas verlieren kann. Du verlierst nichts, du erhältst nur. Du erhältst das, was in der Dreidimensionalität unmöglich zu erhalten ist. Weil das, was du erhältst - das ist EWIG. Wenn es EWIG ist, dann heißt es, dass es nicht verloren geht. Alles, egal was du hier erhalten würdest, wirst du verlieren. Das ist wichtig. Das sollte man vom Anfang seines Weges wissen. Vor dem ersten Schritt sollte der Mensch verstehen und begreifen, dass man sich auf das Bewusstsein auf dem geistlichen Weg nicht stützen darf.  Wenn man seinen Hinweisen zuhört, kann es zu Krankheiten, zu Tragödien, zu allem Möglichen führen. Was hat damit das Spirituelle zu tun, wenn du dich auf gebrochene Krücken deines Bewusstseins stützt?

Man sollte sich auf gar nichts stützen. Man sollte einfach LIEBEN. Und wenn du wirklich liebst - wirst du auch geliebt. Wofür braucht einer, der keinen Körper hat, die Stützen? Die Stützen braucht der materielle Körper, er ist aber zeitweilig, ebenso sind jegliche Stützen zeitweilig. Das ist wichtig zu wissen.

Zh: Ja, weil du es verstehst, dass der praktische Weg zu Gott - das ist der Weg gerade deiner inneren Gefühle und Handlungen. Das ist ein sehr wichtiger Moment - gerade der Handlungen. D.h., du sitzt und wartest nicht, dass jemand kommt und dir etwas gibt. Sondern du handelst, du drückst deine Gefühle aus, du liebst, du befindest dich in diesem Gefühl jeden Tag. Du äußerst deine Absicht mit Gefühlen, du drückst sie im Moment „hier und jetzt“ aus. Gerade das ist dein eigenes Leben - das ist das Leben der Persönlichkeit. Das unterscheidet sich sehr stark von dem Privatleben, welches dein Bewusstsein kennt. Denn es hat dich gezwungen wegen der Gedanken zu leiden, an Äußeres zu denken… In diesen Minuten der tiefen Freude verstehst du, dass dein Geist nicht versklavt ist, dass dein Geist über dem Intellekt steht. Du verstehst, dass der Geist frei ist. Du verstehst, dass seine Kraft in der Liebe liegt. Du begreifst, der tiefe Selbstausdruck deiner unermesslichen Liebe - ist der praktische Weg zu Gott, und gerade das ist in der Praxis das Wichtigste.

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Vom unvermeidlich Sterblichen zum ewig Lebenden.

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IM: Wenn die Menschen zueinander offen sind und bei ihnen überwiegend die sinnliche Wahrnehmung dominiert, dann fügen sie nur die Dreidimensionalität hinzu. In der Tat ist es für sie sehr leicht einander zu verstehen und zu fühlen. Sobald dich aber das Bewusstsein angefallen hat: „Wie verstehen wir uns bloß? Ich kenne doch deine Sprache nicht“ - dann war’s das, man hört auf, zu verstehen… Warum? Nicht, weil das Bewusstsein dich abgelenkt hat, sondern weil sich die sinnliche Wahrnehmung geschlossen hat. Denn der Mensch ist dort, wohin er die Kraft seiner Aufmerksamkeit investiert. Wenn du diese ins Bewusstsein, in die Materie investierst, dann schließt sich die sinnliche Wahrnehmung.

T: Es gibt nämlich die Meinung, dass, wenn der Mensch mehr zu fühlen beginnt, das System auf ihn auch mehr reagiert. Igor Michailovich, könnten Sie bitte zu diesem Moment einen Kommentar geben?

IM: Es ist tatsächlich so, weil das System immer reagiert, und es tut alles dafür, um, sagen wir, den Menschen von der Wahrnehmung der geistlichen Welt abzubringen. Es legt ihm Steine in den Weg. Denn tatsächlich, wenn mit dem Menschen etwas geschieht, wendet er die Aufmerksamkeit auf das Geschehene, und so lässt er sich aus Gewohnheit ablenken. Das System versucht ihn soeben von dem geistlichen Weg abzuhalten, damit er weniger fühlen konnte. Das geschieht aber dann, wenn der Mensch zu fühlen beginnt.

T: Igor Michailovich, wann wird der Mensch für das System unsichtbar?

IM: Wenn er die spirituelle Welt lebt, sieht ihn das System einfach nicht. Es sieht ihn erst dann, wenn er die materielle Welt lebt, wenn er wieder hier ist, z. B. wir sitzen hier, reden usw. - jetzt sind wir sichtbar.

T: D.h., dass der erste Schritt auf dem geistlichen Weg die Selbsterkenntnis ist.

IM: Ja. In Wirklichkeit ist dieser Weg, von dem wir gerade sprechen, einfach, elementar.  Er gibt die Möglichkeit das Wesentliche, die Tiefe zu begreifen. Allerding gibt es die Möglichkeit zu erkunden, wie dein Bewusstsein funktioniert, zum Verständnis zu kommen, dass das Bewusstsein nicht ganz deins ist, und egal wie paradox es klingt - das Lustige daran ist - dass es nicht du bist. Wir haben das bereits in einer Sendung mit dir thematisiert, dass wir, Gott sei Dank, jetzt darüber laut sprechen können. Warum? Weil das bereits viele Neurophysiologen und auch andere Menschen, die das Bewusstsein erforschen oder zumindest sich selbst beobachten, bestätigt haben. Sie konfrontieren sich selbst damit, dass das Bewusstsein, wie es sich herausstellt, mehr Stolpersteine in den Weg legt, als es im Prozess seiner Erforschung hilft...

T: Womit ist es verbunden?

IM: Damit, dass das Bewusstsein jedes Individuums ein Teil vom Ganzen ist. Das ist wie das Myzel. Das System existiert tatsächlich. Das, wovon man in Religionen, in der Bibel spricht - der Teufel, es existiert wirklich. Natürlich gibt es ihn, niemand bestreitet das. Man kann ihn unterschiedlich nennen: man kann ihn als Weltverstand, als Absolut bezeichnen, man kann ihn als Informationsfeld bezeichnen, also wie man es will. Es ist aber bequemer ihn als System zu benennen.

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Auf dem geistlichen Weg verliert der Mensch nichts,

außer Kummer und Tod.

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